Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – also seit der Aufhebung der Verquickung geistlicher und weltlicher Herrschaft, der Säkularisation – haben sich in der deutschen Kirche Vereine und Verbände gegründet, die seither das Leben der Kirche entscheidend mitgeprägt haben.
Damit ist gewährleistet, dass Menschen mit gleichen oder ähnlichen Interessen sich in überschaubaren Gruppierungen zusammenfinden und ihre Anliegen umsetzen und vertreten können. Dieses Recht ist durch das Konzil und die daraus folgende Neuordnung des Kirchenrechtes von 1983 noch einmal ausdrücklich bestätigt worden. Verbände, die auf überpfarrlicher Ebene existieren und in der einzelnen Gemeinde ihre „Basisgruppen“ haben, tragen ebenso zum Gemeindeleben bei wie die Vereine, die „nur“ auf der Ebene einer einzelnen Pfarrei tätig sind. Aber auch Gruppierungen, die keinen Vereinsstatus haben prägen die Lebendigkeit einer Pfarrgemeinde wesentlich mit.
Die
Krise der Verbände und Vereine, die zum Teil aus
Standesorganisationen hervorgegangen sind (Kolping, KAB,
Frauengemeinschaften, etc.) erwächst zum einen aus der Tatsache,
dass diese Standesunterschiede weitgehend ihre Bedeutung und
Berechtigung eingebüßt haben, zum zweiten aber auch daraus,
dass gegenwärtig viele Menschen eine dauerhafte Bindung an solche
Gruppen scheuen, da aus der Mitgliedschaft auch regelmäßige
Verpflichtungen erwachsen. Deshalb haben sich in den letzten
Jahrzehnten zunehmend projektorientierte Gruppierungen gebildet, die
ihre Mitglieder nicht durch Satzungen und Tradition, sondern durch die
Orientierung an bestimmten Aufgaben und Projekten binden. Auch in
unserer Gemeinde ist die Palette der Verbände, Vereine und Gruppen
bunt und breit. Bestimmt finden Sie auch für sich dabei eine
Möglichkeit, ihre Interessen und Fähigkeiten einzubringen.